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Nordbruch Claus Juden fragen

Nordbruch Claus Juden fragen

Juden fragen ein Buch von Claus Nordbruch Aufgrund der jüngeren deutschen Vergangenheit ist das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden noch immer belastet. Es herrschen verkrampfte Stellungnahmen bis hin zu Tabus vor. Viele Bundesbürger scheuen sich,
 
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Die jüdische Problematik ist nicht nur uralt, sie läßt auch gerade die jüdische Geisteselite seit Generationen nicht ru-hen. Diese Ruhelosigkeit zieht sich infolgedessen durch alle politischen Anschauungen. Der Gründervater des Zionismus, Theodor Herzl meinte vor mehr als hundert Jahren, es sei töricht, »die Judenfrage« zu leugnen. Er hielt sie weder für eine soziale noch für eine religiöse, sondern für eine nationale Frage. Kurt Loewenstein, Chefredakteur der Jüdischen Rundschau, stimmte im Januar 1934 dem bei: »Die Judenfrage« verlange eine nationale Antwort. Der jüdische Soziologe Arthur Cohen war der Auffassung, »überall«, wo man hinsehe, würde einem »eine Judenfrage entgegengähnen«. Der bekannte jüdische Publizist William S. Schlamm vertrat in seinem Buch Wer ist Jude? (1964) die Auffassung, daß betretenes »Schweigen über die Judenfrage« einer Kränkung der Juden gleichkomme. In ähnlicher Weise haben sich unzählige jüdische Intellektuelle ihre Köpfe über die jüdische Problematik zerbrochen: die jüdische Philosophin und Judaistin Salcia Landmann ebenso wie der Theologe Bruno Bauer. Julius Moses und Max Green gehören dazu, ebenso Sigbert Feuchtwanger und der Rabbiner Gottlieb Klein aus Elbing. Jean-Paul Sartre, Karl Kautsky, Karl Marx und Wladimir I. Lenin zählen wie der bekannte jüdische Historiker Alex Bein zu den jüdischen Intellektuellen, die sich diese Fragen gestellt haben. Sie und viele andere haben es aber nicht beim Fragen belassen, sondern geben auch Antworten, die Nordbruch im einzelnen wiedergibt, in den Zusammenhang stellt und auf ihre Berechtigung abklopft.

Einen ganz wesentlichen Teil seines Buches widmet der Verfasser den beiden gegensätzlichen Kräften ›Semitismus‹ und ›Antisemitismus‹, den er treffender Judäophobie nennt. Wie bei allen Teilfragen seiner Studie läßt er hier ebenso hervorragende Vertreter der jüdischen Geisteselite zu Wort kommen, und zwar sowohl als Fragensteller als auch als Antwortende. Ohne Vorbehalte, aber auch ohne Vorurteile stellt Nordbruch sich der religiösen Frage, die mit der Problematik eingeleitet wird, ob es überhaupt wahrheitsgetreue Übersetzungen des Talmud gibt. So banal diese Frage zunächst klingen mag, so entscheidend ist ihre Beantwortung für weitere Aussagen über das religiöse Judentum. Dies gilt um so mehr für all diejenigen, die der hebräischen Sprache nicht mächtig sind. Ohne in Fachsimpelei abzugleiten, dafür aber mit zahlreichen belegten Beispielen beantwortet der Verfasser diese Frage. Ebenso gründlich untersucht er, wie es sich nach dem Talmud mit der Nächstenliebe, der Sexualität und dem Ansehen der Frau verhält und wie die in den religiösen Schriften festgehaltenen Rechtsauffassungen zu Meineid, Betrug, Diebstahl, Raub und Wucher zu verstehen sind. Hier wie bei allen anderen Fragestellungen enthält sich Nordbruch jeder Polemik und begibt sich nicht, wie dies dem einen oder anderen Autor schon passiert ist, aufs Glatteis. Immer handelt er nach dem wissenschaftlichen Prinzip der genauen Darlegung aus den maßgeblichen Quellen.

Der Autor bemüht sich, ein Höchstmaß an Ausgewogenheit zu erreichen. Es ist für ihn deshalb selbstverständlich, auch die hervorragenden Leistungen jüdischer Wissenschaftler und Forscher hervorzuheben. Hierbei verharrt er aber nicht bei der trockenen Aufzählung von jüdischen Nobelpreisträgern, sondern führt seine Leser in ein Reich außergewöhnlicher Vielfalt. Dabei räumt er wiederum ein, daß nicht jeder jüdische Film, nicht jede jüdische Philosophie und natürlich auch nicht jede jüdische Schauspielerin allen gefallen müsse. Das einzige, was zähle, sei ihre Existenz oder ihr Können. Ausführlich und ins einzelne gehend, widmet sich Nordbruch den großen festzustellenden Unterschieden innerhalb der Judenheit. Diese bezieht er nicht nur auf die ethnische Herkunft oder das äußere Aussehen von Juden. Er hebt besonders die vielfältigen und unterschiedlichen religiösen, geistigen und politischen Strömungen innerhalb des Judentums hervor. Wer, außer etwa einigen Dutzend Humangenetikern und den Forschern zweier jüdischer Kliniken in den USA, wüßte schon um die seit kurzem bekannten genetischen Unterschiede nicht nur zwischen Juden und Nichtjuden, sondern auch zwischen aschkenasischen und sephardischen Juden Bescheid?

Nordbruch belegt anhand überprüfbarer Quellen und nachzuvollziehender Argumentation, daß Juden weder physiognomisch, noch ideologisch, noch geistig eine homogene Einheit bilden. Würde man dies in Abrede stellen, so heiße das, keinen Unterschied zwischen dem konservativen, orthodoxen, liberalen und reformierten Judaismus zu machen. Es heiße aber auch, Juden die Möglichkeit abzusprechen, dogmatische oder liberale, atheistische oder orthodoxe, christliche oder muslimische, apolitische oder demokratische, nationalistische oder sozialistische Denkweisen vertreten zu können.

An vielen Stellen verdeutlicht der Autor bei besonders strittigen Fragen die Antworten mit plastischen Beispielen: Es sei unbestreitbar, daß viele herausragende jüdische Politiker und Intellektuelle um die vorletzte Jahrhundertwende zum Sozialismus marxistisch-leninistischer Prägung neigten und sich am Bolschewismus maßgeblich beteiligten. Viele Anhänger des etwa zeitgleich entstandenen Zionismus waren damals Kommunisten. Diese Entwicklung habe für manche Kritiker den willkommenen Umstand geboten, die Mehrheit des jüdischen Volkes als sozialistisch, internationalistisch oder revolutionär einzustufen. Viele deutsche Kritiker – keineswegs nur ›Antisemiten‹ – seien von der falschen Annahme ausgegangen, daß die prominenten jüdischen Intellektuellen die politische Auffassung der Mehrheit des jüdischen Volkes widerspiegelten. Sie schlossen von Einzelnen auf das Gesamte und begingen damit politische Fehleinschätzungen mit schwerwiegenden Folgen. Wie die vorliegende Studie zweifelsfrei beweist, ist es falsch anzunehmen, die Mehrheit des jüdischen Volkes habe ausschließlich ›linke‹ Haltungen unterstützt. Jude-Sein und die Adoption marxistischen Gedankenguts unterliege keineswegs einer Gesetzmäßigkeit oder Zwangsläufigkeit. Geradezu beeindruckend in diesem Zusammenhang ist Nordbruchs Schilderung der Absichten und des Verhaltens des deutschen Judentums im 20. Jahrhundert, weil dieses sich darin so grundlegend von den jüdischen Vertretern aus anderen Ländern unterschieden habe. Eben weil in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht genügend zwischen den verschiedenen innerjüdischen Ansichten unterschieden wurde, seien unabschätzbare Möglichkeiten für die friedliche und konstruktive Entwicklung Europas vertan worden.

Inhaltsverzeichnis:

9
Vorrede

19
Juden fragen – und wagen Antworten
›Die‹ Juden - 25
Heterogene Vielfalt in Physiognomie und Geist - 27

39
Judengegner und Judenfreunde
›Antisemitismus‹ - 41
Findet das Kausalitätsgesetz auch hier seine Anwendung? - 43
Jüdische ›Antisemiten‹? - 48
Ist nichtjüdische Kritik an Juden mit Haß auf Juden gleichzusetzen? - 50
Mängel und Unzulänglichkeiten - 65
Philosemitismus - 68
Am Ende der Rationalität - 69
Philosemitismus als Staatsräson? - 78
›Philo-Extremismus‹ - 84

101
Volk oder Religionsgemeinschaft?
Sephardische und aschkenasische Juden - 104
Zur jüdischen Namensgeschichte - 110
Geistlich-religiöse Gesichtspunkte gegen biologisch-ethnische Tatsachen - 113
Rassebewußtsein: Gefahr der Mischehe - 137
Juden in beiden Weltkriegen an deutscher Seite -147

157
›Semitismus‹
Kontroverse Übersetzungen des Talmud - 162
Ex oriente lux? - 170
Chauvinistisches und rassistisches Gedankengut - 175
Nächstenliebe, Sexualität und das Ansehen der Frau - 183
Rechtsauffassungen? - 191
Meineid, Betrug, Diebstahl, Raub, Wucher - 191
Summa summarum - 199

205
Hassende Juden – gehaßte Juden?
›Aufgezwungener‹ Geldverleih, Hofjudentum und Sklavenhandel - 207
Achtung vor Leben und Tod - 218
Die Folter - 234
Innerjüdischer Zwist und Gegensatz - 246
Deutsches Judentum gegen Weltjudentum - 251

263
Herausragende Leistungen und Verdienste
Unternehmer - 266
Wissenschaft und Forschung: Naturwissenschaften - 268
Kultur, Geisteswissenschaften, Sport und Unterhaltung - 275
Politik und Wirtschaft: USA, Österreich und Deutschland - 283
Sind Juden ›smarter‹ als andere Völker? - 291
Allumfassende Solidarität einer Schicksalsgemeinschaft? - 299

311
Bewußte Hetze oder unangenehme Kritik?
Benjamin Franklin - 313
Das Kol nidre-Gebet - 316
Rabbi Marcus Eli Ravage - 324
Besinnung auf das Zusammengetragene und Vorbereitung auf das Kommende - 329

329
Dokumentenanhang
363

Quellenverzeichnis
383

Personenverzeichnis

Über den Autor:

CLAUS NORDBRUCH, Jahrgang 1961, ehem. Leutnant der Panzergrenadiere in Deutschland und Universitätsdozent in Südafrika, 1987–1991 Studium der Germanistik, Geschichte, Kriminologie und Biologie in Pretoria; 1995 Promovierung zum Dr. phil. et litt. in Pretoria; Sachbuchautor, freischaffender Journalist und Vortragsreisender, ständiger Mitarbeiter bei der Zeitschrift Deutschland in Geschichte und Gegenwart. 1998 wurde Claus Nordbruch aufgrund seiner Dissertation Über die Pflicht von der ›Stiftung Ostdeutscher Kulturrat‹ an der Universität Bonn ein Wissenschaftspreis verliehen. Wichtigste Publikationen: Über die Pflicht (Hildesheim 1996, 2/2003), Sind Gedanken noch frei? Zensur in Deutschland [Mit einem Nachwort von Prof. Dr. Klaus Hornung] (München 1998, 2/2001), Der Verfassungsschutz. Organisation, Spitzel, Skandale (Tübingen 1999), Kreuzschmerzen. Standpunkte und Bekenntnisse von Heiden und Ketzern [Herausgeber. Mit einem Nachwort von Prof. Dr. Horst Herrmann] (Pretoria 1999, 2/2004), Der deutsche Aderlaß (Tübingen 2001, 2/2003), Der Angriff. Eine Staats- und Gesellschaftskritik an der ›Berliner Republik‹ (Tübingen 2003), Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwestafrika? Widerlegung einer Lüge (Tübingen 2004, 2/2006 ) und Judenfragen (Tübingen 2006). Dr. Claus Nordbruch ist im Netz erreichbar unter: www.nordbruch.org
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